Allgemeinmedizin

Der Arbeitsbereich der Allgemeinmedizin beinhaltet die Grundversorgung aller Patienten mit körperlichen und seelischen Gesundheitsstörungen in der Akut- und Langzeitversorgung sowie wesentliche Bereiche der Prävention (Vorsorge) und Rehabilitation. Allgemeinärzte sind darauf spezialisiert, als erste ärztliche Ansprechpartner bei allen Gesundheitsproblemen zu beraten.

Eine der Aufgaben der Allgemeinmedizin ist das Erkennen von abwendbar gefährlichen Verläufen und diese der entsprechenden fachärztlichen Behandlung zuzuweisen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Behandlung von chronisch Kranken, insbesondere die Betreuung von Bluthochdruckpatienten und Diabetikern. Für die Familienmedizin mit oft krisenhaften Familiengeschichten und bei den daraus entstehenden psychosozialen Konflikten ist der Hausarzt meistens der erste Ansprechpartner.

Der Gesetzgeber hat die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet allen ihren Versicherten einen Hausarzttarif anzubieten. U.a. verpflichten sich die Versicherten vor einem Facharztbesuch den Hausarzt zu konsultieren und einen Facharzt nur mit Überweisungsschein aufzusuchen.

Allgemeinmediziner treten mit dem Anspruch auf, die körperlichen, psychischen, sozialen und ökologische Aspekte der Patienten zu berücksichtigen. Kostendruck und damit hohe Durchlaufzahlen, sowie eine eher somatisch ausgerichtete Ausbildung reduzieren jedoch die Möglichkeit, diesen Anspruch ausreichend umzusetzen.

Die Arbeitsgrundlagen der Allgemeinmedizin sind eine auf Dauer angelegte Patient-Arzt-Beziehung und die aus dem sozialen Umfeld bereits erkennbare Vorgeschichte des Patienten. Zu den Arbeitsgrundlagen gehört auch der Umgang mit der von Ort zu Ort verschiedenen epidemiologischen Zusammensetzung der Patienten einer Praxis. Der Allgemeinarzt sollte dies bei seinen medizinischen Entscheidungen mit berücksichtigen.